Ihr Bergführer
Christoph Dietzfelbinger
Träumen Sie auch davon, in den kanadischen Wäldern weitab der Zivilisation herumzustreifen? In Bergketten, deren Namen keiner kennt? Mich hat dieser Traum aus den bayerischen und tiroler Bergen ins Bulkley Valley im nördlichen British Columbia geführt. Von meinem Haus schaue ich auf die Gletscher am Hudson Bay Mountain und kann verfolgen, wie weit es heruntergeschneit hat.

Dabei wäre ich fast ein Schullehrer geworden. Mehrere Generationen von Gymnasiasten können sich glücklich schätzen, daß ich stattdessen den Beruf eines Bergführers ergriffen habe. 1981 schloß ich diese Ausbildung ab und 1984 entledigte ich mich meiner akademischen Pflichten mit einem Magister in Germanistik und Soziologie.
Als junger Bergführer in den achtziger Jahren konnte ich Gäste durch die Brenvaflanke am Montblanc und die klassischen schweren Routen am Colodri führen. Dazu kamen Jugendkurse für den DAV, Arbeit im Lehrteam für Hochtourenführer und Bergführer: ein besseres Leben gab es kaum. Die großen Dolomitentouren und die Nordwände der Laliderer waren meine Abenteuer.

Aber seit ich die Eismauern der Seven Sisters über dem Skeena River gesehen hatte, zog es mich in den Nordwesten von British Columbia. Die ersten Jahre verbrachte ich in Telegraph Creek am Stikine River, aber dann ließ ich mich in Smithers nieder. Im neuen Land hieß es neu anfangen: holzfällen und claims abstecken führte zur Entwicklung und von Lawinensicherheitsprogrammen für Bergwerke und Straßen (wie viel es hier schneit und wie groß die Lawinen sind, kann man sich in den Alpen nur schwer vorstellen). Heli-skiing, das die Kanadier erfunden haben, brachte mich in Kontakt zu den kanadischen Kollegen. Dreimal hatte ich das Glück, mit Gästen auf dem Denali (Mt McKinley) zu stehen. Und die Berge im Kluane Park und im Stikine Icecap haben ihre Versprechen von immer neuen Abenteuern gehalten. Jetzt bin ich auch als Qualified Avalanche Planner bei der Planung für die Lawinensicherheit tätig.
Wenn Kanada überhaupt einsam ist, gilt das für den Nordwesten noch viel mehr: hier leben tatsächlich mehr Bären als Menschen. Also besuchen Sie uns und verschieben Sie das Gleichgewicht ein wenig!
—Christoph Dietzfelbinger




